Milch garantiert Qualität

Milch ist ein hochwertiges Lebensmittel, das jedoch leicht verderben kann. Hygiene und strenge Qualitätskontrolle sind deshalb oberstes Gebot – ob auf dem Bauernhof, in der Molkerei oder im Handel. Aufgrund der strengen Standards zählen Milch und Milcherzeugnisse zu den sichersten Lebensmitteln, die auf dem Markt sind.

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Milch garantiert Qualität

Bereits 1930 trat in Deutschland das erste Milchgesetz in Kraft, das die Pasteurisierung vorsah: Ein schonendes Verfahren, bei dem die Milch auf mind. 72 °C für mind. 15 Sekunden erhitzt wird. Durch diese Behandlung werden unerwünschte Keime abgetötet und die Haltbarkeit verlängert.

Heute gehört Milch zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Strenge Vorschriften legen die Hygiene und Qualität der Milch fest.. Die Milchwirtschaft, aber auch die amtliche Lebensmittelüberwachungsorgt dafür, dass die Bestimmungen eingehalten werden. Bereits auf dem Bauernhof werden regelmäßig Milchproben entnommen, die neutrale Labors auf ihre Inhaltsstoffe überprüfen. Sie kontrollieren zum Beispiel den Gehalt an Fett und Eiweiß und prüfen die Anzahl der Keime;je geringer sie ist, desto besser ist die Hygiene. Kommt die Milch aus den verschiedenen Erzeugerbetrieben in der Molkerei an, finden dort noch vor, während und nach der Herstellung der Milcherzeugnisse weitere Kontrollen statt. Die amtliche Lebensmittelüberwachung kontrolliert die Milcherzeugnisse nicht nur regelmäßig im Lebensmittelhandel, sondern auch die Überwachungsmaßnahmen der Molkereien (Kontrolle der Eigenkontrolle).

Milch ist nicht gleich Milch

Rohmilch

Sie gibt’s entweder direkt beim Bauern ab Hof und muss vor dem Gebrauch abgekocht werden oder im Supermarkt abgepackt als sogenannte Vorzugsmilch; Vorzugsmilch muss innerhalb von 96 Stunden nach dem Melken verzehrt werden.

Frischmilch

Diese Milch erhitzen Hersteller nach dem klassischen Pasteur-Verfahren auf mind. 72 °C für mind. 15 Sekunden (Kurzzeiterhitzung).. Der Vorteil: Die Vitamine und der frische Geschmack bleiben größtenteils erhalten. Sie soll mit dem Hinweis „traditionell hergestellt“ gekennzeichnet sein. Haltbarkeit: gekühlt und ungeöffnet bis zu zehn Tagen.

Länger haltbare Milch (ESL)

Sie wird entweder vor dem Pasteurisieren zusätzlich mikrofiltriert oder mit bis zu 127 °C für 2 Sekunden auf eine deutlich höhere Temperatur als die klassisch pasteurisierte Milch erhitzt. ESL-Milch hat eine Haltbarkeit von rund drei Wochen. Hersteller haben sich verpflichtet, ESL-Milch mit dem Zusatz "länger haltbar" an gut sichtbarer Stelle auf der Milchverpackung zu deklarieren.

H-Milch

Sie wird entweder vor dem Pasteurisieren zusätzlich mikrofiltriert oder kurz auf 135-150°C erhitzt. Dabei treten geringfügige Nährstoffverluste sowie geschmackliche Veränderungen auf. Die Haltbarkeit beträgt ungeöffnet mehrere Monate, nach dem Öffnen sollte sie gekühlt und innerhalb von drei bis vier Tagen aufgebraucht werden.

Der Weg der Milch – vom Euter in den Supermarkt

Auf dem Bauernhof

Eine Kuh gibt im Durchschnitt 20 bis 25 Liter Milch pro Tag. Beim Melken ist Hygiene das A und O. Deshalb wird das Euter stets gereinigt und Vorgemolken, bevor der Landwirt die Kuh an die Melkmaschine anschließt. Danach fließt die Milch aus der Kuh über einer Reinigungsfilter in den Kühltank (unter 6 °C).

Im Transporter

Ein Milchsammelwagen fährt alle ein bis zwei Tage die verschiedenen Bauernhöfe einer Region an und holt die Milch ab. Während die Milch in den Sammeltank kommt, wird eine Milchprobe entnommen, deren Qualität anschließend ein unabhängiges Kontrolllabor prüft.

In der Molkerei

Auch in der Molkerei stehen vor, während und nach der Herstellung der Milcherzeugnisse ständig Qualitätskontrollen auf dem Programm. Im ersten Schritt wird bei Ankunft in der Molkerei aus dem Sammelwagen eine Probe gezogen und nur wenn die Milch in Ordnung ist, wird sie zur Verarbeitung freigegeben. Die Milch wird gereinigt, ihr Fettgehalt eingestellt und pasteurisiert. Der Fettgehalt wird eingestellt, indem die Milch in Milchfett (Sahne) und die Magermilch getrennt und entsprechend dem gewünschten Fettgehalt wieder zusammengefügt wird.

Auf dem Weg zum Verbraucher

Im nächsten Schritt verarbeitet die Molkerei die Sahne zum Beispiel zu Butter oder stellt mit Hilfe von Milchsäurebakterien aus Milch Joghurt her. Anschließend können die Produkte per Kühlwagen ihren Weg in den Supermarkt antreten.